Sport -und Unfallverletzungen

Wer viel Sport treibt, bleibt von Blessuren nicht verschont. Läufer und Ballsportler knicken um und verstauchen sich den Knöchel, bekommen einen Tennisarm oder eine Golferschulter, Mannschaftssportler erleiden Prellungen, und Blutergüsse gibt es bei nahezu jeder Bewegungsform. Außer beim Sport können all diese Blessuren selbstverständlich auch bei der Hausarbeit, bei Unfällen und Stürzen als Fußgänger oder mit dem Fahrrad und bei tausend anderen Gelegenheiten auftreten.

Prellung und Bluterguss (Hämatom)

Beides entsteht durch direkte, stumpfe Gewalteinwirkung. Dadurch wird das betroffene Gewebe gequetscht, was meistens zum Austritt von Blut in die Weichteile führt - dem Bluterguss oder Hämatom. Wenn er dicht unter der Haut liegt, wird er äußerlich sichtbar und verfärbt sich im Verlauf von etwa 2 Wochen von blau oder rötlich-lila über grün nach gelb und verschwindet dann in der Regel wieder. Beschleunigen lässt sich das Ganze durch rasche Kühlung direkt nach dem Unfall, um möglichst wenig Blut überhaupt ins Gewebe austreten zu lassen. Je nach Lokalisation der Prellung oder des Blutergusses können diese Blessuren recht schmerzhaft sein. Schnelle Linderung bietet ein Schmerzgel. Vorbeugen kann man Blutergüssen nur begrenzt - z. B. durch Tragen von mechanischen Schützern bei Kontaktsportarten oder bei sturzträchtigen Betätigungen.

Verstauchung oder Verrenkung (Distorsion)

Verstauchung und Verrenkung sind für den Arzt das Gleiche. Er bezeichnet beides als Distorsion. Darunter versteht man eine Überdehnung gelenknaher Bänder, wenn das zugehörige Gelenk vorübergehend aus seiner normalen Position herausgedrängt wird, dann aber von selbst wieder dorthin zurückgleitet (andernfalls wäre das Gelenk ausgekugelt). Das geschieht zum Beispiel, wenn man mit dem Fuß umknickt, sich das Knie verdreht oder die Hand staucht. Die Knochen bleiben dabei unverletzt, aber in der Gelenkkapsel und den umgebenden Bändern reißen Bindegewebsfasern. Das betroffene Gelenk schwillt an, schmerzt, lässt sich nicht mehr in vollem Umfang bewegen, und es entsteht ein Bluterguss.

Um einen Knochenbruch oder einen ausgedehnten Bänderriss auszuschließen, müssen manchmal Röntgenaufnahmen angefertigt werden. Die Verrenkung selbst kann man darauf allerdings nicht erkennen; das ist auch nicht das Ziel derartiger Aufnahmen.

Die Behandlung besteht aus Kühlung, um die Schwellung und den Bluterguss einzudämmen, und bei stärkeren Beschwerden aus einer vorübergehenden Ruhigstellung. Gut tut auch das wiederholte Auftragen von einem Schmerzgel.

Bandverletzungen (Zerrung, Bänderriss)

Die Zerrung fällt für den Arzt in die Rubrik "Distorsion" und wird wie oben beschrieben behandelt. Bänderrisse am Sprunggelenk werden heute in der Regel durch eine leichte Schienung versorgt; das früher übliche operative Zusammennähen gerissener Bänder wird nur noch vorgenommen, wenn die Verletzung so ausgedehnt ist, dass die gerissenen Enden nicht von selbst wieder Kontakt finden und heilen können. Ansonsten werden Bandverletzungen am Sprunggelenk behandelt wie Verstauchungen.

Anders ist die Situation am Knie. Gerissene Kreuz- oder Seitenbänder sind ein Fall für den Chirurgen bzw. Orthopäden, weil sie eine wichtige Rolle für die Stabilität des Kniegelenks spielen.

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Sehnenscheidenentzündung

Die akute oder chronische Sehnenscheidenentzündung tritt entweder bei rheumatischer Arthritis auf oder als Folge einer Überbelastung. Dabei entzündet sich das Gleitgewebe, in dem die Sehne des beanspruchten Gelenks normalerweise reibungsfrei gleitet. Dies hemmt das Gleiten, was bei jeder Bewegung erhebliche Schmerzen verursacht. Eine typische Sehnenscheidenentzündung durch Überlastung ist der Tennisellenbogen, der außer den namensgebenden Tennisspielern oft auch junge Mütter trifft, die ihre Babys viel auf dem Arm tragen.

Sehnenscheidenentzündungen sind schmerzhaft und können langwierig sein, wenn der auslösende Reiz nicht beseitigt wird. Zur Behandlung werden Wärme- oder Kälteanwendungen eingesetzt - im Akutstadium eher Kälte, später eher Wärme. Außerdem kann das fragliche Gelenk in Gips ruhiggestellt werden. Die Einnahme entzündungshemmender Medikamente und das Einreiben z.B. mit à Dolormin Schmerzgel mit Ketoprofen 2,5% lindern ebenfalls die Beschwerden. Bei chronischer Entzündung wird zunächst durch lokale Kortisoninjektionen versucht, die Entzündung zum Abklingen zu bringen. Vernarbt das Gewebe dabei jedoch so stark, dass die Sehnenscheide zu eng wird, muss in einigen Fällen das verdickte, vernarbte Sehnengleitgewebe operativ gespalten werden.

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